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8. ADAC Junior Cup-Lauf am Hockenheimring, 16.-18.09.2011
Am vergangenen Wochenende waren wir zum letzten Lauf des diesjährigen ADAC Junior Cup auf dem Hockenheimring zu Gast. Genau eine Woche zuvor hatte ich hier zum Trainieren und Testen am DRC 2-Takt-Pokal teilgenommen. Das war auch gut so, denn im Laufe dieser Veranstaltung zeichnete sich ein Motorschaden bei meinem Einsatzmotor ab, er verlor immer mehr an Leistung. Also wechselten meine Mechaniker am Donnerstag/Freitag vor dem Cup-Lauf den Motor. Am Ende sollte sich herausstellen, dass das ältere Ersatztriebwerk mit 33,2 PS sogar mehr Leistung hatte als mein Einsatzmotor, mit dem ich die ganze Saison unterwegs war: Der wurde zu Beginn auf dem Leistungsprüfstand mit 32,2 PS gemessen.
Im freien Training am Freitag nachmittag kam ich aber gerade mal eine halbe Runde weit: Beim Anbremsen auf die Anbindung hatte ich einen kleinen Rutscher, das Hinterrad blockierte kurz. Ich befürchtete einen Kolbenklemmer, zog den Kupplungshebel – der Motor ging aus und wollte anschließend auch nicht mehr anspringen. Die Diagnose im Mechanikerzelt ergab, dass sich ein Kabel an einer Stelle blankgescheuert hatte und mit dem Rahmen in Kontakt gegangen war, was die Elektrik kurzzeitig lahm legte.
Im ersten Qualifying am Samstagmorgen war die Strecke noch nass vom nächtlichen Regen, die Rundenzeiten fielen entsprechend nicht sehr niedrig aus, waren für die Verhältnisse aber dennoch recht ordentlich. Ich kam gut zurecht, hatte Spaß beim Rutschen um die Kurven.
Im zweiten Qualifying am Nachmittag war es dann trocken, ich fand meine Anbremspunkte und Kurvenlinien vom Trainingswochenende zuvor und konnte meine Zeit vom DRC-Rennen unterbieten. Zum Cup-Lauf stellte ich mich damit auf den 40. Startplatz.
Das Rennen am Spätnachmittag verlief nach einem passablen Start und einer eher mäßigen ersten Runde spannender als die meisten anderen Rennen dieser Saison: Tom Günther, Kenny Leibold (ein Gaststarter) und ich hatten recht schnell eine gute Dreiergruppe gebildet. Wir wechselten oft die Positionen, mal führte Tom, mal Kenny, mal ich die Gruppe an. In den letzten paar Runden waren wir eng zusammen, Kenny in Führung, dahinter Tom und ich, auf der Start-Zielgeraden im 0,3 Sekunden-Abstand. Ich wollte Tom aus dem Windschatten überholen, war schon fast neben ihm, als er den gleichen Gedanken hatte und rauszog, um Kenny zu packen. So fuhren wir zu dritt nebeneinander auf die Kurve zu, kurz vor dem Bremspunkt wollte keiner von uns nachgeben. Doch da ich ein kleines Stück hinter Tom war und keinen Abflug riskieren wollte, machte ich das Gas zu und rollte als letzte durch die Kurve nach Start/Ziel. Später gelang es Tom dann, Kenny zu überholen und sich ein kleines Stückchen abzusetzen. Ich überholte Kenny beim Anbremsen auf die Sachskurve (direkt vor der gut besetzten Tribüne :-D ). Ich wusste, dass er mir dicht am Hinterrad klebte und kurz vor Schluss noch einen Überholversuch starten würde. Das tat er in der letzten Runde dann auch: Beim Einlenken in die Mercedes-Kurve sah ich sein Vorderrad schon neben mir, doch ich wollte ihn nicht vorbei lassen und – wie es im Rennsport so schön heißt – „schlug ihm die Türe direkt vor der Nase zu“. Damit wir beide nicht auf selbiger landeten, musste er zurückstecken. In den darauf folgenden Kurven fuhr ich Kampflinie und rechnete eigentlich noch mit einem finalen Angriff aus dem Windschatten auf der Start-Zielgeraden. Doch der blieb aus. So beendete ich mein Rennen auf dem 34. Rang.
Zum Abschluss der Saison hatte ich also noch einmal ein spannendes Rennen mit einem guten Zwei- bzw. Dreikampf. Gebt mir ein bisschen Zeit, den letzten Cup-Lauf mental zu verarbeiten, dann lasse ich meine dritte Saison noch einmal Revue passieren, um einen kleinen Abschlussbericht zu verfassen. Der folgt bald, demnächst, versprochen! Bis dahin…
Ach ja: 2012 trete ich ein letztes Mal im ADAC Junior Cup an, dann bin ich mit 21 Jahren endgültig die Seniorin. Aber ihr dürft mich trotzdem noch mal tatkräftig unterstützen!!
7. ADAC Junior Cup-Lauf am Red-Bull-Ring in Österreich, 19.-21.08.2011
Am vergangenen Wochenende fand der vorletzte Lauf zum diesjährigen ADAC Junior Cup auf dem Red-Bull-Ring statt, einer wunderschön in der Steiermark gelegenen Rennstrecke statt. Sie ist seit dem Juni, als ich dort einen Tag trainiert habe, eine meiner Lieblings-Racetracks.
An allen drei Veranstaltungstagen war es drückend warm, das bislang heißeste Rennwochenende der Saison. Am Freitagnachmittag regnete und gewitterte es zwar kurz und heftig, aber kurz vor Beginn unseres freien Trainings klarte es wieder weitestgehend auf, die Strecke trocknete etwas ab und ich konnte auf der zunehmend griffigeren Ideallinie immer schnellere, wenn auch noch keine optimalen Rundenzeiten fahren. Wir hatten noch die etwas kürzere Sekundärübersetzung von Schleiz montiert, die sich aber letztlich als nicht passend erwies. So montierten meine Mechaniker am Abend wieder das Ritzel und Kettenrad, mit denen ich im Juni hier prima zurecht gekommen war.
Im ersten Qualifying am Samstagvormittag war es noch angenehm kühl und ich kam recht schnell auf gute Rundenzeiten. Weltmeisterlich war indes mein Timing für die letzte Quali-Runde: Nach 25 Minuten Trainingszeit legte ich so exakte Rundenzeiten hin, dass ich bei noch zwei Sekunden (!!) verbleibender Trainingszeit über den Zielstrich fuhr und somit noch eine letzte schnelle Runde fahren konnte. Mein Team war ebenso stolz auf mich wie ich selbst.
Zum zweiten Qualifying am Nachmittag waren die Temperaturen heftig gestiegen und es tat gut, mit einem zuvor in die Dusche getauchten Unteranzug zu fahren – also quasi mit Wasserkühlung. Das verhalf mir zu einer nochmals verbesserten Rundenzeit, mit der ich mich letztlich für Startplatz 35 qualifizierte.
Zum Rennen am Sonntagmorgen kletterte das Thermometer erneut auf über 25 Grad. Mein Start war eher mittelmäßig, ebenso wie meine erste Runde. In den ersten beiden Turns hatte ich meinen Kollegen Florian Neubauer vor mir, an dem ich zunächst nicht vorbei kam und deshalb ein wenig aufgehalten wurde. Dann sah ich eine Chance in der Kurve nach Start und Ziel: dort kam ich beim Beschleunigen besser heraus und konnte ihn aus dem Windschatten überholen. Doch der Zug nach vorne war schon abgefahren, ich sah zwar die Zweiergruppe vor mir noch und versuchte sie einzuholen. Aber es gelang mir nicht mehr ganz. Meinen Hintermann Florian konnte ich noch auf gut sieben Sekunden distanzieren, mit dem Abstand zu der Gruppe vor mir fuhr ich aber ein einsames Rennen ohne wirkliche Zweikämpfe. Ehe ich mich versah, war das Rennen schon vorbei und ich passierte den Zielstrich auf Rang 31.
In knapp vier Wochen geht es dann zum letzten Lauf nach Hockenheim. Am Wochenende zuvor wird dort ein Lauf zum DRC-Zweitakt-Pokal stattfinden, an dem ich teilnehmen werde, um perfekt auf das Junior Cup-Wochenende vorbereitet zu sein.
6. ADAC Junior Cup-Lauf am Schleizer Dreieck, 05. – 07.08.2011
Am vergangenen Wochenende waren wir für das 6. Cup-Rennen dieser Saison zu Gast auf dem Schleizer Dreieck, einer Traditions- und Naturstrecke in Thüringen, nahe der Grenze zu meinem Heimatland Bayern.
Wie immer im freien Training am Freitagnachmittag suchte, fand und optimierte ich meine Bremspunkte sowie Ideallinien. Bei sonnigem und warmem Wetter kam ich gut zurecht und konnte meine Rundenzeit vom letzten Jahr unterbieten.
Das erste Qualifying am Samstagmorgen fand mit etwas Verzögerung und unter recht frischen Bedingungen statt: der Asphalt war noch kühl, doch ich konnte mich schnell darauf einstellen. Mein Mechaniker hatte am Abend zuvor Kettenrad und Ritzel gewechselt, damit die Gesamtübersetzung gekürzt sowie den Vergaser neu eingestellt, und ich konnte meine Zeit vom Freitag nochmals verbessern.
Im zweiten Qualifying am Nachmittag war es entgegen der Prognosen trocken und sehr warm. Es gelang mir, sehr schnell meinen Rhythmus zu finden und ab der zweiten Runde auf Zeitenjagd zu gehen: Letztendlich fuhr ich vier Sekunden schneller als im Vorjahr. Damit durfte ich mich am Sonntag auf Startposition 40 stellen.
Der Sonntagmorgen begrüßte uns mit dunklen Wolken und pünktlich zum Rennen fing es dann auch an zu regnen – für mich als gute Regenfahrerin nahezu ideale Bedingungen. In den (bei Regenrennen obligatorischen) zwei Warmup-Runden baute ich recht schnell Vertrauen zur nassen Strecke und den kühlen Reifen auf. Nach einem Start, den ich sicher zu meinen besten zähle, hielt ich mich zwangsweise aus dem gröbsten Gedränge in der ersten Kurve heraus, konnte aber noch ein paar meiner Kollegen überholen. Bereits innerhalb der ersten Runde zog sich das Feld etwas auseinander und ich fand guten Anschluss an eine Dreier-Gruppe, die aus Gabriel Noderer, Dominik Hilzendegen und Nils Kastenholz bestand. Unsere Abstände lagen bei knapp einer Sekunde, ich konnte mich gut im Windschatten halten, aber es reichte zunächst nicht ganz zum Überholen. Fünf Runden vor Schluss saugte ich mich dann auf Angriffsnähe an Gabriel heran und wollte mir schon eine gute Stelle suchen, an ihm vorbeizugehen, als mich ein kleiner Verbremser auf die Schikane nach dem Streckenabschnitt „Seng“ zurückwarf. So hatte ich bis zur Zielflagge leider keine Chance mehr, konnte das Rennen aber auf Rang 33 beenden.
Nach diesem nicht allzu üblen Wochenende hat Schleiz zwar den Charakter als „Hass-Strecke“ ein wenig verloren, zu meine Lieblingskursen wird diese Piste aber sicher nie gehören.
Aus meinem geplanten und angekündigten Ausflug in die Sidecar-Klasse ist es aus organisatorischen und zeitlichen Gründen – die Gespanne fahren ihre Turns immer vor unserem Cup – diesmal zwar nichts geworden. Aber wir haben mit dem RSR-Team nun einen neuen Versuch in zwei Wochen am Red-Bull-Ring angepeilt.
Darauf freue ich mich schon, ebenso wie auf unser Cup-Rennen dort. Denn seitdem ich im Juni meine Aprilia auf dieser Strecke in der Steiermark im Rahmen eines Renntrainings getestet und darauf abgestimmt habe und sehr gut mit dem Kurs zurecht kam, zählt er zu meinen Lieblingsstrecken.
5. ADAC Junior Cup-Lauf am Sachsenring, 15.-17.07.2011
Am vergangenen Wochenende erlebte ich das Highlight der Saison: Den MotoGP am Sachsenring. Wir durften im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft vor fast 200.000 Zuschauern fahren, jedes Jahr immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis. Vor gut zwei Wochen hatte ich mich bei einem Renntraining am Red-Bull-Ring in Österreich schon mal ein bisserl „aufgewärmt“, wir starten dort am dritten August-Wochenende zum 7. Cup-Lauf. Das war auch gut so, denn am Sachsenring mussten wir auch in diesem Jahr wieder aufgrund des eng gesteckten Zeitplans der MotoGP-Klassen auf ein freies Training verzichten.
Das erste Qualifying am Freitagnachmittag lief für mich recht gut: In den ersten Runden fand ich zwar keinen richtigen Grip, aber ab der fünften Runde ging es besser und ich konnte mich von Turn zu Turn weiter steigern.
Nach einer kleinen Verschnaufpause von knapp zwei Stunden starteten wir zum zweiten Zeittraining. Diesmal hatte ich recht schnell ordentlichen Grip und unterbot meine Zeit vom ersten Quali. Eine Steigerung wäre noch drin gewesen, hätte ich nicht in zwei unterschiedlichen Linkskurven seltsame Rutscher über's Vorderrad gehabt und damit kurzzeitig das Vertrauen zum Vorderrad verloren.
Am Samstagnachmittag durfte ich mich also auf den 40. Startplatz stellen. Mit einem recht guten Start beschleunigte ich einmal mehr ein paar Konkurrenten aus und legte erneut eine gute erste Runde hin, in der ich einige von ihnen hinter mir halten konnte. Kurz darauf schlüpfte mein Cup-Kollege Tom Günther beim Anbremsen einer Kurve an mir vorbei – doch es gelang mir, ihn auf der Start-Ziel-Geraden aus dem Windschatten heraus wieder zu überholen. Als Florian Neubauer an mir vorbei ging, versuchte ich, an ihm dran zu bleiben, was mir auch fast zwei Runden lang gelang. Doch er fuhr einfach rund ein bis zwei Sekunden schnellere Rundenzeiten und so zog er langsam, aber stetig weg. Von meiner Lieblingskonkurrentin Ricarda sah ich das ganze Rennen nichts, sie war im Ziel fast 16 Sekunden hinter mir. Somit drehte ich eher einsam meine Runden, ein langweiliger Lauf ohne wirklichen Zweikampf. Schlussendlich sah ich die Zielflagge auf Rang 33.
Alles in allem war es aber ein wirklich tolles Erlebnis, vor den WM-Teams sowie vor solch einer großen Zuschauerkulisse fahren zu dürfen. In knapp drei Wochen, Anfang August, geht es dann zum Schleizer Dreieck – nicht unbedingt eine meiner Lieblingsstrecken. Aber dennoch bin ich aufgrund meiner bisherigen Ergebnisse recht optimistisch. Und ich freue mich darauf, im Warm-Up am Freitag für ein paar Schnupperrunden erstmals in den Seitenwagen eines IDM-Sidecar-Teams klettern zu dürfen…
4. ADAC Junior Cup-Lauf am Sachsenring, 16.-19.06.2011
Vergangenes Wochenende waren wir zum vierten ADAC Junior Cup Rennen auf einer meiner bevorzugten Rennstrecken (eigentlich ist‘s sogar mein absoluter Lieblingskurs): dem Sachsenring nahe Chemnitz.
Wie immer fand unser freies Training erst am Freitagnachmittag statt – davor war langes Warten für mich als Fahrerin angesagt, während sich mein Mechaniker die Zeit mit der Vorbereitung der Maschine vertreiben durfte. Aber das war gut so, denn es galt die undichte Wasserpumpe zu reparieren. Das Training fand dann bei ziemlich warmen Temperaturen unter trockenen Bedingungen statt. Es lief sehr gut, ich fand meine Bremspunkte und Kurvenlinien vom Vorjahr wieder, optimierte sie und steigerte mich von Runde zu Runde.
Am Samstagmorgen war es im ersten Qualifying noch recht kühl, ich hatte aber ein gutes Gefühl und konnte meine Zeit vom Freitag unterbieten.
Im zweiten Quali am Mittag war es dann wärmer, ich bekam ein besseres Gefühl für den Grip der Reifen und es gelang mir meine Rundenzeiten nochmals zu verbessern.
So durfte ich mich am Sonntag bei erfrischenden 15 Grad Celsius dann auf den 42. Startplatz stellen. Nach einem super guten Start, bei dem ich sogar Kollegen aus zwei Reihen vor mir ausbeschleunigte, verlor ich beim Anbremsen auf die erste Kurve ein paar wenige Plätze. Die erste Runde war – das erste Mal in dieser Saison – wirklich gut und zufriedenstellend, denn ich konnte meine Platzierung behaupten. Erst einige Runden später gelang es meiner Lieblingskonkurrentin Ricarda, mich beim Anbremsen auf die Kurve nach der Start-/Zielgeraden zu überholen. In Laufe der folgenden Runde merkte ich, dass ich schneller fahren konnte, attackierte sie beim Herausbeschleunigen aus der letzten Kurve vor der Zielgeraden und zog dann aus dem Windschatten an ihr vorbei. In den nächsten Runden fuhr ich Kampflinie, weil ich noch einen Angriff ihrerseits erwartete. Doch der blieb aus, da sie gestürzt war, wie ich später erfuhr. Stattdessen überholte mich ein anderer Cup-Kollege, Dominik, beim Anbremsen auf die Kurve vor Start/Ziel. Doch ich war in der Beschleunigung schneller und fuhr auf der Geraden wieder an ihm vorbei. Ein paar Kurven später überholte er mich dann wieder…
Mein Kollege Florian, der ältere Bruder meiner Lieblingskonkurrentin, bremste mich kurz darauf aus. Ich versuchte, an ihm dran zu bleiben, kam ihm sogar in einigen Passagen wieder näher, konnte ihn aber letztlich nicht mehr angreifen und überholen. Am Ende kam also ein akzeptabler 33. Platz heraus.
In knapp vier Wochen, am dritten Juli-Wochenende, sind wir dann wieder am Sachsenring – dann dürfen wir im Rahmen des GP Deutschland, bei den ganz „Großen“, der Moto GP fahren: Das Highlight der Saison!
3. ADAC Junior Cup-Lauf am Nürburgring, 20.-22.05.2011
Kurz vor unserem freien Training am Freitagnachmittag öffnete der Himmel seine Schleusen und es goss sprichwörtlich wie aus Kübeln. Doch just zu dem Zeitpunkt, als wir zum Vorstart aufgerufen wurden und herausfuhren, hörte es auf zu regnen. Die Strecke war zunächst noch nass, trocknete aber dann gegen Ende des 35 Minuten-Turns ab – also herrschten ähnliche Bedingungen wie im Rennen des vergangenen Jahres.
Die neuen Metzeler ME5-Reifen zeigten nicht nur im Trockenen, sondern nun auch im Regen mehr Grip als die ME3, die wir 2010 fuhren – und so fand ich recht schnell das Vertrauen zum nassen Asphalt wieder, dass vor genau einem Jahr auf derselben Strecke angeknackst wurde. Als es zum Ende des Trainings dann ein bisserl trocken wurde, fuhr ich dennoch vorsichtig, da ich ja 2010 im Rennen hier gestürzt war.
Im ersten Qualifying am Samstagmorgen war es noch recht kühl. Ich fuhr in ersten paar Runden noch etwas verhalten, um die Reifen auf Temperatur zu bringen. Doch schon im dritten Umlauf hatte ich Schaltprobleme, beim Anbremsen auf die Kurven rasteten die Gänge nicht richtig ein bzw. sprangen immer wieder raus. So kam ich auf keine vernünftige Rundenzeiten. In der Mercedes-Arena rollte ich schließlich aus, um bei den Streckenposten auf meinen Kollegen Kai zu treffen, der eine Runde zuvor dort gestürzt war. Zu zweit warteten wir dann eine halbe Ewigkeit auf den „Lumpensammler“: jenen Transporter der uns abholen und zurück ins Fahrerlager bringen sollte. Dort stellten meine beiden Mechaniker die Ursache für die Schaltprobleme fest: Der Sprengring des vorderen Ritzels hatte sich „verabschiedet“, somit war es von der Getriebeausgangswelle gerutscht und ich konnte keinen Gang mehr einlegen.
Im zweiten Qualifying lief meine „Kleine“ (Aprilia RS 125) dann super, es war ziemlich warm und ich steigerte mich kontinuierlich bis zur letzten, meiner schnellsten Runde, mit der ich mir zwar meine Qualizeit vom Vorjahr um drei Sekunden unterbot, mit aber trotzdem nur Startplatz 41 sichern konnte.
Im Rennen am Sonntagvormittag war es ein wenig kühl. Nach einem akzeptablen Start und einer weniger guten ersten Runde konnte ich an einigen Kollegen dran bleiben. Nachdem aber meine Lieblingskonkurrentin Ricarda durch einen technischen Defekt ausgefallen war, fuhr ich ein recht einsames Rennen, in dem ich noch an meiner Linie und meinem Fahrstil feilte.
Am Ende kam ich dann auf einem 32. Platz raus.
In knapp vier Wochen geht's zu einer meiner Lieblingsstrecken, dem Sachsenring, nach Hohenstein-Ernstthal.
1. + 2. ADAC Junior Cup-Lauf in Oschersleben, 06.-08.05.11
Das freie Training am Freitagnachmittag lief wie immer recht gut: Ich versuchte meine Linien vom Vorjahr zu finden, zu optimieren und an die aktuellen Witterungsbedingungen anzupassen.
Im ersten Qualifying am Samstagmorgen war es noch recht kühl, ich fand einen guten Rythmus und steigerte mich kontinuierlich. Am Mittag, zum zweiten Zeittraining, wurde es wärmer und ich bekam mehr Vertrauen in den Grip der neuen Metzeler ME5-Reifen und in jenen des Streckenbelags. Da der ADAC Junior Cup ja den Saisonauftakt der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) am Lausitzring zwei Wochen zuvor aus Termingründen ausgelassen hatte, durften wir in Oschersleben zwei Rennen fahren, die als erster und zweiter Meisterschaftslauf gewertet wurden: eines am späten Samstagnachmittag, eines am frühen Sonntagmorgen.
Am Samstag stellte ich mich also nach einer knappen Qualifikation zum ersten Rennen auf den 42. Starplatz. Als die Ampel auf „Go!“ schaltete, kam ich zügig weg und konnte an einigen Kollegen vorbeifahren, im ersten Linksknick hielt ich mich außen, wodurch ein paar Fahrer innen „reinstachen“. In der folgenden langen Rechtskurve war ich aber dann wiederum innen und konnte sie somit wieder überholen. Über die Distanz zog sich das Feld immer weiter auseinander und es lief auf einen Zweikampf zwischen mir und meiner Konkurrentin Ricarda hinaus: In der ersten Runde war sie noch vor mir, doch am Ende der Gegengeraden bremste ich mich aus dem Windschatten an ihr vorbei. Die folgenden Runden versuchte ich mich zwar mit einer schnellen Linie von ihr abzusetzen und gleichzeitig enge Linien zu fahren, um ihr keine Chance zu geben an mir vorbeizukommen. Aber ich konnte mich nicht wirklich von ihr absetzen – und beim Anbremsen auf die Kurve vor Start und Ziel überholte sie mich.
In den folgenden Runden klemmte ich mich hinter sie, beobachtete und studierte ihre Fahrweise und bereitete mich auf ein Überholmanover in der letzten Runde vor. Das allerdings erübrigte sich, weil sie vier Runden vor Schluss mit Spritmangel auf der Start-Ziel-Geraden ausrollte. Zu der Gruppe vor mir hatte sich eine Lücke aufgetan, die ich in den verbleibenden vier Runden nicht mehr schließen konnte. So fuhr ich schließlich einen 35. Rang nach Hause.
Im zweiten Rennen am Sonntagmorgen hatte ich einen mäßigen Start, meine Lieblingskonkurrentin Ricarda war besser weggekommen und setzte sich somit schon ein Stück ab, blieb aber stets in Sichtweite. Von dem Gedanken getrieben, den ausgefallenen Zweikampf vom Vortag nachzuholen, fuhr ich pro Runde fast eine Sekunden schneller als sie und arbeitete mich langsam weiter an sie heran – bis ein kleiner Fehler meine Aufholjagd beendete: vor der Rechtskurve nach der Start-Ziel-Geraden verschaltete ich mich, bekam den Gang nicht richtig rein, kam von meiner Ideallinie ab und verlor an Boden. Damit konnte ich den ersehnten Zweikampf abhaken und musste mich begnügen, meinen 31. Rang sicher ins Ziel zu bringen.
Es war ein spannendes, anstrengendes und lehrreiches Wochenende in der Magdeburger Börde. Nun heißt es für mich schon in fast zwei Wochen: Auf ein Neues – auf einer meiner Lieblingsstrecken, dem Nürburgring.
Einführungslehrgang in Magione/Italien, 17.-20.04.11
Nach einer viel zu langen Winterpause ging es am Wochenende vor Ostern endlich zum Einführungs- und Trainingslager nach Magione – einer kleinen, aber anspruchsvollen Rennstrecke in der mittelitalienischen Provinz Umbrien, nahe am Trasimenischen See gelegen. Nach der langen Winterpause – ich war seit Anfang Oktober nicht mehr Motorrad gefahren – konnte ich es kaum erwarten, wieder auf meine Aprilia zu steigen.
Ein halber Tag Theorie-Schulung am Sonntag sowie eine Einheit Frühsport am Montagmorgen, dann war es soweit: Zunächst fuhren wir „alten“ Junior Cup‘ler noch mit den Instruktoren Dario Giusepetti und Bernhard Absmeier, um uns wieder einzugewöhnen, ein Feeling für Strecke und Motorrad zu bekommen. Das war durchaus sinnvoll, da die ersten Runden sich noch etwas steif und unsicher anfühlten.
Mit der Zeit wurde ich aber lockerer und somit auch schneller – es war ein super Gefühl, nach über einem halben Jahr Fahrentzug wieder am Gasgriff drehen zu können und dass sich mein frisch aufgebautes Möppi vorwärts bewegte.
Am Dienstag wurden die Gruppen dann gemischt, so konnte ich auch mal mit den Cup-Neueinsteigern zusammen fahren. Die „kleinen Süßen“, wie unser Cup-Betreuer immer zu sagen pflegt, waren teilweise schon verdammt schnell unterwegs.
Für den Mittwoch waren schließlich Startübungen angesagt, die bei mir aufgrund einer noch nicht exakt eingestellten Kupplung eher mittelmäßig klappten. Das anschließende Testrennen über fünf Runden verlief nach einem daher eher suboptimalen Start eher mäßig. Beim freien Training am Nachmittag hatte ich dann aber noch mal Gelegenheit, weiter an der Optimierung meines Fahrstils und meiner Ideallinie zu arbeiten.
Alles in allem ein gelungener Auftakt für die neue Saison!
In zwei Wochen, am zweiten Mai-Wochenende, geht es dann zu den ersten beiden Wertungsläufen nach Oschersleben. Ich freue mich schon drauf, vor allem dank der guten Erinnerung an das letzte Jahr: 2010 fuhr ich im verregneten Qualifying eine gute Zeit und damit Startposition heraus. Und auch im Rennen hatte ich viel Spaß, konnte mich im Zweikampf durchsetzen und steigern.
Links:
Die Zusammenfassung aller Rennen gibts immer auf dmsb.tv (-> Motorradsport -> IDM -> Saison 2011)
Mein Renntagebuch auf der Acitve Woman Website!
Kleine Zusammenfassung zur Saisonhälfte 2010 auf der Active Woman Website!
Artikel aus dem Gemeindeblatt Höhenkirchen-Siegertsbrunn!
Artikel aus dem Volksbanken Raiffeisenbanken Bonus-Heft!